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Mobilität in der Umweltzone
Bericht vom 28.04.2008

Dicke Luft bei Stuttgarts Autofahrern.

Nachdem der Stuttgarter Bevölkerung zu hohe Schadstoffwerte schon seit Jahren zu schaffen machen, hat die Landesregierung Ende Oktober 2007 die Notbremse gezogen: zum 1. März 2008 trat die Umweltzone in Kraft. Klar, dass da viele Autofahrer stinkig reagiert haben – denn jetzt dürfen nur noch Kraftfahrzeuge bestimmter Schadstoffgruppen im Stuttgarter Stadtgebiet fahren. Hintergrund ist eine Verminderung der zu hohen Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung der Luft. Diese Regelung wird bundesweit in so genannten Umweltzonen umgesetzt. Und die Verkehrsbeschränkungen der Umweltzonen gelten dauerhaft – das heißt unabhängig davon, ob die aktuelle Luftbelastung hoch oder niedrig ist.

Auch bei CO₂-Ausstoß hat das Auto leider die Nase vorn.

Feinstaub hat verschiedene Quellen. Unter anderem entsteht er durch Dieselmotoren und den Abrieb von Bremsen und Reifen. Da sind alle Fahrzeuge gleich. Doch durch die bessere Auslastung erzeugen Busse und Bahnen wesentlich weniger Feinstaub pro Person als das Auto. Messungen haben ergeben, dass ein Bus pro Fahrgast nur 0,07 g Partikel auf 100 km erzeugt – ein mit Rußfilter ausgestattetes Fahrzeug mit grüner Plakette jedoch pro Person ein vielfacher mehr: nämlich 2,5 g Partikel auf 100 km (Quelle: VDV)

Um diese Belastung durch den Individualverkehr zu reduzieren, haben neben Stuttgart auch andere Städte in Baden-Württemberg wie Leonberg, Tübingen und Ludwigsburg ebenfalls Umweltzonen eingerichtet. Auch dort bleibt oftmals nur der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr übrig, um mobil zu bleiben. Jedoch nicht nur, um die Umwelt zu schonen, sondern auch um den Geldbeutel zu entlasten. Denn in vielen Fällen kommt man mit Bus oder Bahn nicht nur bequemer ans Ziel, sondern auch günstiger (siehe hierzu auch unser Preisvergleich).

Die Plaketten und ihre Bedeutung

Was die Farben verraten.

Die gute Nachricht zuerst: Jeder, der eine Feinstaubplakette an seinem Auto hat, darf in die Umweltzone. Die schlechte: Nicht jeder darf es unbefristet. Nur für die grüne Plakette besteht eine unbefristete Fahrerlaubnis. Für die gelbe Plakette besteht nur eine „vorerst unbefristete“ Fahrerlaubnis – vorbehaltlich zukünftiger Regelungen – und Autos mit roter Plakette haben sogar nur eine befristete Fahrerlaubnis bis 2012 für die bestehenden Umweltzonen.

Das heißt: In spätestens vier Jahren freut sich die Autoindustrie über viele Neuzulassungen von Fahrzeugen, die gemäß Richtlinie ohne Bedenken „grünes Licht“ bekommen. Oder – was wohl wahrscheinlicher ist – der öffentliche Nahverkehr bekommt deutlichen Zuwachs durch Fahrgäste, die auch ohne Plakette in den Umweltzonen mobil sein möchten.

Weder Grün, noch Gelb, noch Rot

Was machen, wenn das Auto keine Plakette mehr wert ist.

Wer für seinen Pkw keine Plakette bekommt und dennoch in die Umweltzone will oder muss, hat keine andere Chance: Er muss sein Fahrzeug um- oder nachrüsten. Im Falle von etwas betagteren Dieselfahrzeugen sind schnell 500 bis 600 Euro weg. Soviel kostet z.B. in etwa der Einbau eines Rußpartikelfilters, der älteren Dieselmodell wieder plakettentauglich macht – und sei es nur bis 2012. Denn nur bis dahin taugen die roten Plaketten auch als Eintrittskarten für die Umweltzone.

Und einfach versuchen, sich durchzumogeln? Nach Angaben des Umweltministeriums kostet diese Ordnungswidrigkeit 40 Euro und einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Und es ist davon auszugehen, dass sich die Stadt dieses Zusatzgeschäft nicht entgehen lässt.

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